Was wissen wir über das Corona-Virus?

Was ist ein Virus?

Ein Virus ist eine winzige kleine Blase. Wirklich super-winzig! So klein, wie wenn man sich ein einzelnes Salzkorn vorstellt und man nur an einer Seite dieses Salzkorns Viren nebeneinander legen würde, dann bräuchte man hunderte und hunderte und nochmal hunderte von Viren, nur von einer Seite des Salzkorns zur anderen. 

Unser Körper besteht auch aus vielen winzigen Dingen. Diese nennt man Zellen. Man kann sich die Zellen so ein bisschen wie Legosteine vorstellen, der Körper baut sie zusammen und macht daraus ein Herz oder ein Gehirn zum Beispiel. Wir haben mehr als 30 Billionen Zellen in unserem Körper, dass sind 30.000.000.000.000 Zellen.

Diese Zellen sind riesig im Vergleich zu einem Virus. Wenn ein Virus so groß wie ein Fußball wäre, dann wäre eine Zelle so groß wie ein Hochhaus mit 40 Stockwerken.

In einem Virus ist also nicht viel Platz. Deswegen ist in einem Virus nichts anderes drin als ein Paket von Genen. Gene sind eine Art Kochrezept. Und das Rezept beschreibt: Wie mache ich mehr Viren. Das Virus hat aber keine Ausrüstung, also keine Küche, um das Rezept abzuarbeiten und neue Viren zu machen. Also braucht es Zellen dafür. Und diese findet es in einem fremden Körper, z.B. in Bäumen, Quallen, Pilzen, Menschen. Das Virus geht in eine dieser Zellen und zwingt die Zelle, mehr Viren zu produzieren. 

Wie sieht das Corona-Virus aus und welche Farbe hat es?

Man kann das Corona-Virus in einem Mikroskop sehen, auch wenn es so klein ist. Das Corona-Virus hat ein besonderes Merkmal, das man sehr gut im Mikroskop erkennen kann. Es sieht aus wie eine Krone und hat Spitzen, die überall aus ihm herausstechen. Wie eine Blase oder ein Ball, rundherum mit Spitzen bedeckt. So hat dieses Virus auch seinen Namen bekommen. Es sieht aus wie eine Krone und der lateinische Name dafür ist Corona. 

Aber es hat keine Farbe. Farben haben mit Licht zu tun und damit wie Licht verändert wird, wenn es durch etwas hindurch geht. So kleine Dinge wie Viren sind einfach zu klein, um Farben zu haben. Die Bilder, die vom Virus gezeigt werden, sind von Menschen am Computer eingefärbt worden, damit man seine Teile besser erkennen kann.

Photo Credit: Centers for Disease Control and Prevention’s Public Health Image Library (PHIL #4814)

Was macht das Virus in unserem Körper?

Wenn das Virus zum Beispiel in die Nase gekommen ist, dann bleibt es erst einmal in der Nasenschleimhaut. Die Nase ist innen immer nass und etwas schleimig, auch wenn wir gesund sind. In diesem Schleim bleibt das Virus und in ganz vielen Fällen passiert gar nichts. Das Virus bleibt da eine Weile und geht nicht weiter und irgendwann fällt es auseinander und macht Dich nicht krank. 

Manchmal aber gelangt es weiter nach hinten in die Nase bis ganz in den Hals, auch Rachen genannt. Dann greift es eine oder mehrere dieser vielen Zellen, aus denen ja auch unsere Schleimhaut besteht, an. Es versucht in eine dieser Zellen hineinzukommen. Die Spitzen, die das Virus rund um seine Hülle hat, sind wie Schlüssel. Sozusagen eine Krone aus ganz vielen Schlüsseln. Unsere Zellen haben aber ein Schloss an ihrer Außenwand. Mit einem seiner Schlüssel kann das Virus eine Zelle aufschließen und hineingelangen. 

Sobald das Virus in der Zelle drin ist, übernimmt es das Kommando und sagt der Zelle, was sie zu tun hat. Nämlich neuen Virus zu produzieren. Die Zelle macht also nicht mehr, was sie vorher gemacht hat und was sie eigentlich tun soll, sondern baut nur noch neue Viren zusammen. Die Zelle wird zu einer richtigen Virusfabrik und macht Millionen und Millionen neue Viren. Die Viren sind wieder kleine Bläschen und bewegen sich zur Zellwand. Und dann plötzlich geht die Zellwand an einer Stelle auf und diese Millionen neuer Viren kommen heraus und sind jetzt in der Luftröhre. 

Und wenn wir ein- und ausatmen wandern sie Stück für Stück immer weiter  hinunter bis sie zur Lunge gelangen.  Und dort infizieren sie die Lungen-Zellen, um sie auch wieder zur Virenproduktion zu zwingen. 

Wie fühlt sich das Corona-Virus an?

Wir fühlen uns ganz schlecht, wenn das Virus den Körper befallen hat. Insbesondere dann, wenn es in der Lunge ist. Wenn es dort die Lungen-Zellen zu Fabriken für die Virusproduktion umprogrammiert hat, werden diese Zellen irgendwann müde. Die können das nicht länger machen und sterben. Und das fühlen wir, wenn es weh tut. 

Aber es gibt noch eine andere Reaktion, die uns das Virus fühlen lässt. Wir haben in unserem Körper ein Immunsystem. Das Immunsystem hilft uns, unseren Körper gegen Viren, Bakterien und andere schlechte Dinge zu verteidigen. Die Immunzellen wandern in unserer Lunge herum und schauen, ob alles in Ordnung ist, so ein bisschen wie die Polizei auf Streife. Wenn die Immunzellen ein Virus entdecken, dann vereinbaren sie miteinander, dass sie gemeinsam gegen das Virus kämpfen müssen. Die Immunzellen können eigene Waffen herstellen, die das Virus angreifen und vernichten. Diese Waffen nennt man Antikörper. So entsteht ein Kampf zwischen dem Körper und dem Virus. 

Häufig bekommen Menschen, die vom Corona-Virus befallen sind und die Krankheit COVID-19 haben, Fieber. Das passiert, weil das Immunsystem in unserem Körper die Hitze macht. Das ist Teil des Kampfes des Immunsystems gegen das Virus. 

Warum husten wir, wenn wir COVID-19 haben?

Wenn das Corona-Virus in der Lunge ist und sich dort weiterproduziert (reproduziert), dann entsteht Flüssigkeit in den Lungen. Die enthält die abgestorbenen Lungenzellen mit vielen Virusbläschen zum Beispiel. Unser Weg, diese Flüssigkeit loszuwerden, ist das Husten. So kommt die Flüssigkeit raus aus der Lunge, aber natürlich auch wieder jede Menge Viren. Und so gelingt es dem Virus über die Luft zum nächsten Menschen zu kommen und sich dort weiter zu vermehren.

Das Virus ist super geschickt darin, sich zu vermehren und zu verbreiten. Wir husten, damit wir die Flüssigkeit loswerden und es uns besser geht. Für das Virus ist das das Taxi zum nächsten Opfer. 

Warum werden manche Menschen ganz schlimm krank und sterben?

Bei manchen Menschen schafft es das Immunsystem nicht, das Virus im Kampf zu besiegen. Im Gegenteil, das eigene Immunsystem macht im Kampf mehr kaputt, als es gut für den Menschen ist.  

Um das Virus zu besiegen, muss das Immunsystem ganz genau da angreifen, wo es dem Virus am meisten schadet. Die meisten Menschen haben ein Immunsystem, dass das auch schafft.

Bei manchen Menschen arbeitet das Immunsystem aber nicht so gut. Die Immunzellen irren sich und finden nicht den richtigen Angriffspunkt. Oder sie sehen eine infizierte Zelle als Eindringling und bekämpfen sie mit allem, was sie haben. Und diese Attacke zerstört ganz viele gesunde Zellen gleich mit. Wenn Menschen ganz schlimm krank werden, dann ist das zum Teil, weil das eigene Immunsystem dieser Menschen falsch oder zu stark reagiert. 

Wie kommt das Corona-Virus in den Körper?

Das Virus kann auf verschiedenen Wegen in den Körper kommen. Zum Beispiel: Du fasst an einen Türgriff oder an den Griff eines Einkaufswagens, gleich nachdem jemand daran gefasst hat, der krank war. Dann sind die Viren noch auf dem Türgriff oder dem Griff vom Einkaufswagen und jetzt kleben sie an Deiner Hand. Nun krabbelt Deine Nase und Du musst Dich kratzen. So wandern die Viren von Deiner Hand in die Nase. 

Wieso gibt es das Corona-Virus auf der Erde?

Das Corona-Virus ist nur eines von ganz vielen Viren auf der Erde. Sie infizieren nicht nur uns Menschen, sondern alle lebenden Dinge. Z. B. Bäume, Quallen, Pilze, und sogar andere Viren können von Viren infiziert werden. Viren sind unglaublich erfolgreich in ihrer Überlebensstrategie. Es gibt sie schon ungefähr so lange wie es Leben auf der Erde gibt, vielleicht so ca. 4 Milliarden Jahre. In dem Moment in dem es Zellen gab, die Viren infizieren können, gab es auch Viren. 

Was macht eine Schutzimpfung?

Eine Schutzimpfung zeigt dem Immunsystem, wie das Virus aussieht, damit es es erkennen kann und ganz gezielt bekämpfen kann. Dazu braucht man meistens nur ein ganz kleines Stück vom Virus. Das macht den Menschen nicht krank, weil es ja nur ein kleines Stück und nicht das ganze Virus ist. Aber ist gerade genug, dass das Immunsystem weiß: Das nächste Mal, wenn ich so etwas sehe, dann weiß ich was ich tun muss, um das Virus zu bekämpfen. Und wenn der Mensch dann krank wird, weiß das Immunsystem genau, was es tun muss. 

Wie findet man einen Impfstoff?

Einen Impfstoff für das Corona-Virus zu finden, ist ziemlich schwierig. Man braucht genau das richtige Stück vom Virus, das dem Immunsystem zeigt, wie es funktioniert. 

Und wenn man Stücke hat, dann muss man testen, ob es auch erkannt wird und das Immunsystem lehrt, seine Abwehr zu entwickeln. Zunächst testet man den Impfstoff in Tieren. Wenn das funktioniert kann man den Impfstoff an Menschen testen. Aber das geht alles nicht so schnell und braucht viel Zeit. 

Warum bekommen Kinder das Corona-Virus nicht?

Kinder bekommen das Corona-Virus, aber sie werden viel weniger oft krank als Erwachsene. Forscher versuchen noch herauszufinden, woran das liegt. Möglicherweise deshalb, weil Kinder häufig Erkältungen haben. Manche von diesen Erkältungen werden von anderen Corona-Viren verursacht. Wenn das neue Corona-Virus in den Körper kommt, hat das Immunsystem noch eine Erinnerung an das andere Corona-Virus von der Erkältung. Dadurch werden sie geschützt. 

Eine andere Idee ist, dass Kinder oft gesünder als Erwachsene sind. Ihre Lungen sind jung und nicht kaputt. Wenn Menschen älter werden kann es sein, dass sie rauchen, oder dass sie in ihrem Leben schon viel schmutzige Luft eingeatmet haben. Das Immunsystem kann dann vielleicht das Virus nicht genau da attackieren, wo es ihn angreift. 

 

Können Haustiere, z.B. Katzen und Hunde, das Corona-Virus bekommen?

Bisher hat man keine Beweise gefunden, dass Hunde oder Katzen durch das Corona-Virus krank werden. Es gibt auch keine Beweise bisher, dass Katzen oder Hunde das Corona-Virus auf Menschen übertragen können. 

Aber Forscher haben herausgefunden, dass einige wenige Menschen, die COVID-19 hatten, das Virus an ihren Hund übertragen haben. Der Hund ist nicht krank geworden, aber er hatte das Corona-Virus im Körper. 

Viren funktionieren in einer Lebensform oder in mehreren, aber in anderen gelingt es ihnen nicht so gut sich zu vermehren und das Tier oder die Pflanze zu zerstören. 

Forscher denken, dass das Corona-Virus zwar in den Körper von Hunden gelangen kann, aber es stellt keine Gefahr für den Hund oder den Hundebesitzer dar. 

Wo kommt das Corona-Virus her?

Viele Viren kommen von Tieren. Manche Menschen denken, dass es das Corona-Virus zuerst in Fledermäusen gegeben hat. Aber ganz genau wissen die Forscher das noch nicht. Viele Viren gibt es zuerst in Tieren und dann in Menschen. Z. B. gab es das HIVirus, das Aids verursacht, zuerst in Schimpansen, die Grippe zuerst in Vögeln. MERS- und SARS-Viren kamen von Fledermäusen, und Fledermäuse werden auch als Quelle des Ebola-Virus vermutet. 

Wie kommt das Virus nun vom Tier zum Menschen? Zum Beispiel durch die Spucke oder auch den Kot von Tieren. Manche Menschen essen die Tiere, die das Virus in sich tragen. Oder das Ursprungstier überträgt das Virus auf Tiere, die wir regelmäßig essen, Hühner, Schweine, Kühe. Genau weiß man das aber noch nicht. 

Warum können wir jetzt nicht zum Fußballtraining oder auf den Spielplatz?

Wenn Menschen zusammenkommen kann es sein, dass wir jemanden treffen, der das Virus hat und derjenige überträgt es auf uns. Oder wir haben das Virus und wissen es gar nicht und wir stecken so jemanden an. Wenn wir auf das Fußballtraining oder den Spielplatzbesuch für eine Weile verzichten, helfen wir, das Leben von Menschen zu retten. 

Alle Wissenschaftler, die sich damit auskennen, sagen, dass es eine Weile dauern wird, bis wir uns wieder treffen können. Es gibt jetzt schon sehr viele kranke Menschen und es wird noch viel viel mehr geben, wenn wir einfach so weiterleben würden wie immer. 

Wir Menschen haben schon viele Viren besiegt. Wir haben schon Millionen von Leben gerettet, keiner stirbt heute mehr an den Pocken. Wir wissen, wie wir Viren besiegen können, aber es ist schwer. Im Moment kämpfen wir alle gegen das Virus und jeder muss mithelfen, auch Kinder. 

Warum können wir Oma und Opa nicht besuchen?

Viele Menschen fühlen sich krank, wenn sie vom Corona-Virus befallen werden. Wenn man sich krank fühlt, geht man natürlich nicht nach draußen oder besucht Freunde oder Oma und Opa. Dann können wir auch nur die Menschen anstecken, die mit uns zusammen wohnen. Manche merken es aber gar nicht und fühlen sich gar nicht krank. Oder sie denken sie haben nur ein kleines bisschen Halsweh oder Husten, aber ganz bestimmt nichts Ernstes. Auch kein Fieber. Trotzdem kann es sein, dass sie das Corona-Virus in sich tragen. Wenn sie also mit anderen Menschen zusammenkommen, kann das Virus diese anstecken. 

Und gerade bei älteren Menschen arbeitet das Immunsystem nicht mehr so gut. Deshalb können ältere Menschen sehr schlimm krank werden. Darum ist es wichtig, dass sie dieses Virus auf keinen Fall bekommen. Darauf müssen wir aufpassen und deshalb müssen wir Oma und Opa schützen. 

Wie lange wissen Menschen schon, dass es Viren gibt?

Schon immer wurden Menschen krank und starben sogar an diesen Krankheiten, die von Viren verursacht worden, z.B. an Pocken. Sie gaben diesen Krankheiten Namen, aber sie wussten nicht, dass diese Krankheiten von Dingen verursacht wurden, die wir heute Viren nennen. Der holländische Wissenschaftler Martinus Beijerinck hat in den 1890er Jahren kranke Tabakpflanzen untersucht und ein interessantes Experiment durchgeführt. Er wollte herausfinden, was die Pflanze krank machte. Er hat ein krankes Blatt genommen, es mit Wasser zerrieben und dann durch ein ganz feines Filterpapier gegossen. Das Filterpapier hat alles zurückgehalten und unten kam nur eine klare Flüssigkeit heraus, die wie Wasser aussah. Dann hat er das Wasser in eine gesunde Tabakpflanze gespritzt und die wurde dann krank. So hat er herausgefunden, dass in dem Wasser etwas sein musste, was so winzig ist, dass es nicht von dem Filter aufgehalten wird, und die Pflanze krank macht. Er nannte dieses Ding Virus, das ist lateinisch und heißt Gift.